Unten 8. Lauf DTM A1-Ring/A, 6.-8. September 2002

DTM - Rennen

DTM-Titelentscheidung vertagt – Herzschlagfinale am A1-Ring

So spannend kann Tourenwagensport sein: Beim achten Lauf der DTM auf dem A1-Ring im österreichischen Spielberg
sahen 34.000 Besucher eines der besten Rennen in der Geschichte der hochkarätigen Tourenwagenserie. Zahllose
Positionswechsel, spannende Kämpfe und eine hochdramatische Schlussphase: Der zweite Auftritt der DTM in Österreich
hatte es in sich. Der Schweizer Marcel Fässler holte sich in der Steiermark im  Mercedes-Benz CLK-DTM den zweiten
DTM-Sieg seiner Karriere. Sein Markenkollege Bernd Schneider wahrte als Zweiter seine Titelchancen. Tabellenführer
Laurent Aiello kam im Abt-Audi TT-R nach einer Kollision mit dem amtierenden Meister Schneider in der letzten Runde nur
als Fünfter ins Ziel – und vergab damit seinen ersten Matchball zum Titelgewinn. Um sich vorzeitig den Titel zu sichern,
hätte der Franzose in Österreich nur zwei Punkte mehr holen müssen als der Deutsche. Mit den Plätzen drei und vier
komplettierten Jean Alesi und Uwe Alzen den Triumph von Mercedes-Benz. 

Unglücklich verlief das Rennen auch für die Opel-Mannschaft. Alain Menu und Timo Scheider fuhren bis kurz vor Schluss
mit ihren Opel Astra V8 Coupé in den Punkterängen, wurden dann aber gemeinsam mit ihrem Markenkollegen Manuel
Reuter auf der leicht feuchten Strecke schuldlos in Dreher verwickelt. So war der Schweizer Menu der Einzige, der für die
Rüsselsheimer noch einen Punkt holen konnte. 

Bernd Schneider: „Heute war das Glück auf meiner Seite“

„So ein Rennen wie heute werden wir vielleicht nie mehr erleben“, sagte Bernd Schneider. „Es war ein totales
Durcheinander, aber als es in der Schlussphase leicht zu regnen anfing, wusste ich: Das ist meine Chance. Ich war im
Verlauf dieses unglaublich tollen Rennens gleich zweimal im Eifer des Gefechts von der Strecke gerutscht, aber am Ende
war das Glück auf meiner Seite. Ein Dankeschön geht an meine Markenkollegen, die mich hervorragend unterstützt
haben.“ 

Marcel Fässler freute sich über seinen zweiten Sieg, war aber selbst überrascht über den Erfolg: „Ich sah, dass sich Laurent und Bernd in der letzten Kurve drehten, aber ich wusste erst nach der Zieldurchfahrt, dass ich gewonnen hatte.“ 

Mercedes-Benz-Sportchef Norbert Haug lobte: „Mit vier Fahrern auf den ersten vier Plätzen waren wir heute sehr
stark. Natürlich sind wir jetzt in einer Phase der Meisterschaft, wo es auch um die Teamleistung geht, und die war heute
sehr gut. Es wurde ausgeteilt und eingesteckt, aber immer im grünen Bereich. Wir werden alles dafür tun, damit die
Titelentscheidung erst beim Saisonfinale in Hockenheim fällt.“

Hans-Jürgen Abt: „Das lässt auf ein spannendes Rennen in Zandvoort hoffen“

Obwohl mit einer vorzeitigen Entscheidung für den Trainingsschnellsten Laurent Aiello und Abt Sportsline auf dem A1-Ring gerechnet wurde, war nach dem großartigen Rennen kaum Enttäuschung bei dem Allgäuer Team zu spüren. „Das Rennen hat mich heute oft an ein Fußballspiel erinnert“, sagte Teamchef Hans-Jürgen Abt. „Mercedes hatte allerdings zehn Spieler auf dem Feld, wir nur fünf. Aber unsere Truppe hat eine gute Leistung gezeigt. Laurent war zwischenzeitlich schon einige
Male Meister, aber letztendlich hat es nicht gereicht. Das lässt uns aber auf ein spannendes Rennen in Zandvoort hoffen.“
Aiello holte auf Platz fünf noch zwei Punkte und kommentierte: „Es war genauso hart oder noch härter als wir es erwartet
haben. Jetzt werden wir doppelt so hart arbeiten und uns sehr gut vorbereiten, um den zweiten Matchball in Zandvoort zum
Meistertitel zu verwandeln.“ Auch Aiellos Markengefährte, der Schwede Mattias Ekström, hatte sich erneut gut in Szene
setzen können: Der 24-Jährige hatte das Qualifikationsrennen gewonnen und in der ersten Phase auch den Wertungslauf
dominiert, war dann aber durch Dreher im Kampfgetümmel zurückgefallen.

Opel-Motorsportchef Strycek: „Podiumsplatz war möglich“

„Auch wenn unser Ergebnis nicht das wahre Potenzial unseres Autos und unserer Fahrer wiederspiegelt, war dieses
Rennen sicherlich eines der besten der DTM-Geschichte“, kommentierte Opel-Sportchef Volker Strycek. „Ein Podiumsplatz
wäre möglich gewesen, und wir sind identische Rundenzeiten gefahren wie die beiden anderen Marken. Drei unserer Autos
hätten Punkte holen können, aber leider brachten uns die Dreher von Alain Menu, Timo Scheider und Manuel Reuter in der
letzten Runde um ein greifbar nahes gutes Ergebnis. Dennoch sind wir weiterhin sehr motiviert. Zwar geht es nicht um die
Meisterschaft, aber wir wollen in den beiden verbleibenden Rennen wieder ganz vorne mitmischen.“ Alain Menu, der als
Sechster noch einen Meisterschaftspunkt holte, sagte: „Da wäre mit Sicherheit mehr drin gewesen, aber leider stand das
Glück heute überhaupt nicht auf unserer Seite.“

Ergebnis Wertungslauf:

1. Marcel Fässler (Mercedes-Benz)    36:44,213 Minuten
2. Bernd Schneider (Mercedes-Benz)    1,515 Sek. 
3. Jean Alesi (Mercedes-Benz)         1,545  
4. Uwe Alzen (Mercedes-Benz)          2,114  
5. Laurent Aiello (Abt-Audi)          3,120  
6. Alain Menu (Opel)                  8,626  
7. Manuel Reuter (Opel)              10,866  
8. Timo Scheider (Opel)              12,517  
9. Christian Abt (Abt-Audi)          15,582  
10. JJ Lehto (Opel)                  16,679  

 Punktestand Fahrer (nach acht von zehn Rennen):

  1. Laurent Aiello (Abt-Audi)         65 
  2. Bernd Schneider (Mercedes-Benz)   46 
  3. Mattias Ekström (Abt-Audi)        32 
  4. Jean Alesi (Mercedes-Benz)        24 
  5. Marcel Fässler (Mercedes-Benz)    21 
  6. Uwe Alzen (Mercedes-Benz)         20 
  7. Christian Abt (Abt-Audi)          13 
  8. Martin Tomczyk (Abt-Audi)          7 
  9. Alain Menu (Opel)                  7 
 10. Christijan Albers (Mercedes-Benz)  5 
 11. Timo Scheider (Opel)               5 
 12. Manuel Reuter (Opel)               4 
 13. Joachim Winkelhock (Opel)          3 
 14. Karl Wendlinger (Abt-Audi)         3 
 15. Michael Bartels (Opel)             1
 

DTM im Fernsehen: 

Sonntag, 8. September: 
19.45 Uhr Baden-Württemberg aktuell
19.50 bis 20 Uhr ARD Sportschau Telegramm 
20.15 Uhr DSF Highlights 

Dienstag, 10. September: 
22.30 bis 23.30 Uhr DSF Motodrom

Nächstes DTM-Rennen:
27. – 29. September in Zandvoort (NL)
 

Pressetext der DTM.

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