DTM-Titelentscheidung vertagt – Herzschlagfinale am A1-Ring
So spannend kann Tourenwagensport sein: Beim achten Lauf der DTM auf
dem A1-Ring im österreichischen Spielberg
sahen 34.000 Besucher eines der besten Rennen in der Geschichte der
hochkarätigen Tourenwagenserie. Zahllose
Positionswechsel, spannende Kämpfe und eine hochdramatische Schlussphase:
Der zweite Auftritt der DTM in Österreich
hatte es in sich. Der Schweizer Marcel Fässler holte sich in der
Steiermark im Mercedes-Benz CLK-DTM den zweiten
DTM-Sieg seiner Karriere. Sein Markenkollege Bernd Schneider wahrte
als Zweiter seine Titelchancen. Tabellenführer
Laurent Aiello kam im Abt-Audi TT-R nach einer Kollision mit dem amtierenden
Meister Schneider in der letzten Runde nur
als Fünfter ins Ziel – und vergab damit seinen ersten Matchball
zum Titelgewinn. Um sich vorzeitig den Titel zu sichern,
hätte der Franzose in Österreich nur zwei Punkte mehr holen
müssen als der Deutsche. Mit den Plätzen drei und vier
komplettierten Jean Alesi und Uwe Alzen den Triumph von Mercedes-Benz.
Unglücklich verlief das Rennen auch für die Opel-Mannschaft.
Alain Menu und Timo Scheider fuhren bis kurz vor Schluss
mit ihren Opel Astra V8 Coupé in den Punkterängen, wurden
dann aber gemeinsam mit ihrem Markenkollegen Manuel
Reuter auf der leicht feuchten Strecke schuldlos in Dreher verwickelt.
So war der Schweizer Menu der Einzige, der für die
Rüsselsheimer noch einen Punkt holen konnte.
Bernd Schneider: „Heute war das Glück auf meiner Seite“
„So ein Rennen wie heute werden wir vielleicht nie mehr erleben“, sagte
Bernd Schneider. „Es war ein totales
Durcheinander, aber als es in der Schlussphase leicht zu regnen anfing,
wusste ich: Das ist meine Chance. Ich war im
Verlauf dieses unglaublich tollen Rennens gleich zweimal im Eifer des
Gefechts von der Strecke gerutscht, aber am Ende
war das Glück auf meiner Seite. Ein Dankeschön geht an meine
Markenkollegen, die mich hervorragend unterstützt
haben.“
Marcel Fässler freute sich über seinen zweiten Sieg,
war aber selbst überrascht über den Erfolg: „Ich sah, dass sich
Laurent und Bernd in der letzten Kurve drehten, aber ich wusste erst nach
der Zieldurchfahrt, dass ich gewonnen hatte.“
Mercedes-Benz-Sportchef Norbert Haug lobte: „Mit vier Fahrern
auf den ersten vier Plätzen waren wir heute sehr
stark. Natürlich sind wir jetzt in einer Phase der Meisterschaft,
wo es auch um die Teamleistung geht, und die war heute
sehr gut. Es wurde ausgeteilt und eingesteckt, aber immer im grünen
Bereich. Wir werden alles dafür tun, damit die
Titelentscheidung erst beim Saisonfinale in Hockenheim fällt.“
Hans-Jürgen Abt: „Das lässt auf ein spannendes Rennen
in Zandvoort hoffen“
Obwohl mit einer vorzeitigen Entscheidung für den Trainingsschnellsten
Laurent Aiello und Abt Sportsline auf dem A1-Ring gerechnet wurde, war
nach dem großartigen Rennen kaum Enttäuschung bei dem Allgäuer
Team zu spüren. „Das Rennen hat mich heute oft an ein Fußballspiel
erinnert“, sagte Teamchef Hans-Jürgen Abt. „Mercedes hatte allerdings
zehn Spieler auf dem Feld, wir nur fünf. Aber unsere Truppe hat eine
gute Leistung gezeigt. Laurent war zwischenzeitlich schon einige
Male Meister, aber letztendlich hat es nicht gereicht. Das lässt
uns aber auf ein spannendes Rennen in Zandvoort hoffen.“
Aiello holte auf Platz fünf noch zwei Punkte und kommentierte:
„Es war genauso hart oder noch härter als wir es erwartet
haben. Jetzt werden wir doppelt so hart arbeiten und uns sehr gut vorbereiten,
um den zweiten Matchball in Zandvoort zum
Meistertitel zu verwandeln.“ Auch Aiellos Markengefährte, der
Schwede Mattias Ekström, hatte sich erneut gut in Szene
setzen können: Der 24-Jährige hatte das Qualifikationsrennen
gewonnen und in der ersten Phase auch den Wertungslauf
dominiert, war dann aber durch Dreher im Kampfgetümmel zurückgefallen.
Opel-Motorsportchef Strycek: „Podiumsplatz war möglich“
„Auch wenn unser Ergebnis nicht das wahre Potenzial unseres Autos und
unserer Fahrer wiederspiegelt, war dieses
Rennen sicherlich eines der besten der DTM-Geschichte“, kommentierte
Opel-Sportchef Volker Strycek. „Ein Podiumsplatz
wäre möglich gewesen, und wir sind identische Rundenzeiten
gefahren wie die beiden anderen Marken. Drei unserer Autos
hätten Punkte holen können, aber leider brachten uns die
Dreher von Alain Menu, Timo Scheider und Manuel Reuter in der
letzten Runde um ein greifbar nahes gutes Ergebnis. Dennoch sind wir
weiterhin sehr motiviert. Zwar geht es nicht um die
Meisterschaft, aber wir wollen in den beiden verbleibenden Rennen wieder
ganz vorne mitmischen.“ Alain Menu, der als
Sechster noch einen Meisterschaftspunkt holte, sagte: „Da wäre
mit Sicherheit mehr drin gewesen, aber leider stand das
Glück heute überhaupt nicht auf unserer Seite.“
Ergebnis Wertungslauf:
1. Marcel Fässler (Mercedes-Benz) 36:44,213
Minuten
2. Bernd Schneider (Mercedes-Benz) 1,515 Sek.
3. Jean Alesi (Mercedes-Benz)
1,545
4. Uwe Alzen (Mercedes-Benz)
2,114
5. Laurent Aiello (Abt-Audi)
3,120
6. Alain Menu (Opel)
8,626
7. Manuel Reuter (Opel)
10,866
8. Timo Scheider (Opel)
12,517
9. Christian Abt (Abt-Audi)
15,582
10. JJ Lehto (Opel)
16,679
Punktestand Fahrer (nach acht von zehn Rennen):
1. Laurent Aiello (Abt-Audi)
65
2. Bernd Schneider (Mercedes-Benz) 46
3. Mattias Ekström (Abt-Audi)
32
4. Jean Alesi (Mercedes-Benz)
24
5. Marcel Fässler (Mercedes-Benz)
21
6. Uwe Alzen (Mercedes-Benz)
20
7. Christian Abt (Abt-Audi)
13
8. Martin Tomczyk (Abt-Audi)
7
9. Alain Menu (Opel)
7
10. Christijan Albers (Mercedes-Benz) 5
11. Timo Scheider (Opel)
5
12. Manuel Reuter (Opel)
4
13. Joachim Winkelhock (Opel)
3
14. Karl Wendlinger (Abt-Audi)
3
15. Michael Bartels (Opel)
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DTM im Fernsehen:
Sonntag, 8. September:
19.45 Uhr Baden-Württemberg aktuell
19.50 bis 20 Uhr ARD Sportschau Telegramm
20.15 Uhr DSF Highlights
Dienstag, 10. September:
22.30 bis 23.30 Uhr DSF Motodrom
Nächstes DTM-Rennen:
27. – 29. September in Zandvoort (NL)
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