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Spektakulär wie nie – DTM unter einer
Minute auf dem kleinen Kurs
Das Premierenfieber steigt, und dies in mehrfacher Beziehung: Beim Saisonauftakt
am kommenden Wochenende auf dem Hockenheimring werden die Renntouren-wagen
der DTM den 2,604 Kilometer langen kleinen Kurs zum ersten Mal in weniger
als einer Minute umrunden. Die Bestzeit bei den Tests Anfang April lag
bei 57,923 Sekunden (Peter Dumbreck, Mercedes-Benz). Diese Fabelzeit ist
auch den mit elektronischen Hilfsmitteln ausgestatteten DTM-Boliden Mitte
der 90er Jahre nicht gelungen. Außerdem wird die DTM erstmals nicht
fliegend starten, sondern stehend wie in der Formel 1 – und dies zweimal,
erst beim Qualifikationsrennen, dann beim Wertungslauf. 21 Piloten treten
in fünf Abt-Audi TT-R, zehn Mercedes-Benz CLK-DTM und sechs Opel Astra
V8 Coupé an.
Das Mehr an Speed resultiert aus vier Faktoren, urteilt Opel- Werksfahrer
Joachim Winkelhock. "Unsere Rennautos sind deutlich schneller, die neuen
Dunlop-Reifen gigantisch, die Strecke ist 34 Meter kürzer und der
neue Asphalt bietet mehr Haftung als der alte, bei dem schon die Kieselsteine
rausgeschaut haben." Außer der Strecke wurden auch die Kiesbetten
asphaltiert. Einziger Wermutstropfen für den schwäbischen Lokalmatador:
"Die Senke bei der Opel-Kurve wurde entschärft. Früher ist man
da richtig in ein Loch reingefahren und durch die Kompression gerieten
die Autos stark ins Übersteuern. Das war toll für die Zuschauer
– und für uns als Fahrer ziemlich aufregend." Von seinem neuen Opel
Astra V8 Coupé ist Winkelhock begeistert: "Ich habe mich auf Anhieb
wohlgefühlt, denn das Astra Coupé reagiert ganz exakt. Genau
so muss ein Rennauto sein."
Abt: "Zeit des Pokerns ist vorbei", Alesi: "Will um Siege mitfahren"
Angriffslustig, hochmotiviert, optimistisch: Christian Abt vom Team Abt
Sportsline aus dem Allgäu. "Ich freue mich wahnsinnig auf Hockenheim
und das erste Kräftemessen mit Mercedes und Opel. Jetzt müssen
alle Teams endlich ihre Karten auf den Tisch legen und zeigen, was sie
drauf haben", sagt der 33 Jahre alte Bayer. Während die in Kempten
aufgebauten Abt-Audi TT-R in den Vorjahren in buchstäblich letzter
Minute zum Auftakt auf den Rädern standen, haben die Fahrer jetzt
schon einige tausend Testkilometer absolviert. "Zeit zum Pokern hat in
Hockenheim keiner mehr," sagt Abt. "Denn mit dem neuen Punktesystem zählen
in diesem Jahr nur noch Siege, wenn man um die Meisterschaft kämpfen
möchte. Und genau das wollen wir." Weil sie transparenter ist als
die bisherige, wurde die Wertung der Formel 1 übernommen (10, 6, 4,
3, 2, 1 Punkte für die ersten sechs).
Die beiden ehemaligen Formel-1-Fahrer Jean Alesi und Karl Wendlinger,
populäre Neuzugänge der DTM, zeigen sich vorsichtig optimistisch.
"Mein erstes Ziel ist es, so schnell wie möglich mit meinen Teamkollegen
mithalten zu können", sagt Wendlinger. "Abt Sportsline hat ja schon
im vergangenen Jahr gezeigt, dass sie vorne dabei sind. Da möchte
ich mich anschließen." Jean Alesi, der nach 201 Grand Prix seine
Formel-1-Karriere im Oktober 2001 beendet hatte, sagt: "Ich möchte
von Anfang an wettbewerbsfähig sein und um Spitzenplätze kämpfen."
Außerdem ist es dem 37-Jährigen wichtig, "den Fans eine gute
Show zu bieten. Denn wenn sie Spaß haben, freue ich mich auch."
Der Franzose hat in seiner ersten DTM-Saison gleich die härteste
Nuss zu knacken. Er startet als Teamkollege des dreimaligen DTM-Champions
Bernd Schneider, der sich nicht weniger vorgenommen hat, als seinen "Titel
zu verteidigen". Einen Vorteil besitzt der DTM-Debütant allerdings
gegenüber dem Meister: Alesi ist die neue Startprozedur aus der Formel
1 gewöhnt. "Ich persönlich bedaure die Umstellung ein bisschen,
weil ich völlig aus der Übung bin. Ich bin seit mehr als zehn
Jahren nicht mehr stehend gestartet", sagt Schneider, bekennt aber: "Der
stehende Start ist gerechter als der fliegende – und daher eine gute Neuerung."
Informationen rund ums Rennen
DTM-Zeitplan:
Freitag, 19. April: 10.00 Uhr bis 10.15 Uhr Roll out, 11.45 Uhr bis
13.15 Uhr Test, 15.30 Uhr bis 17.00 Uhr Test.
Samstag, 20. April: 9.45 bis 10.45 Uhr freies Training, 13.05 bis 13.50
Uhr Zeittraining.
Sonntag, 21. April: 10.15 bis 10.45 Uhr Warm up, 15.15 Uhr Start Qualifikationsrennen,
16 Uhr Start Wertungslauf (mit
Boxenstopp).
DTM im Fernsehen:
Samstag, 20. April: HR auch WDT III (war nicht angekündigt) 13
bis 14 Uhr Zeittraining live, 16 bis 16.45 Uhr SWR Sport extra, 17.30 bis
18 Uhr Sportschau, 22.00 Uhr ZDF Sportstudio.
Sonntag, 21. April: ARD 15.05 bis 17 Uhr Sportschau live (Rennen), 17.10
Uhr ZDF Sportreportage, 20.15 Uhr DSF Highlights. |