|
|
|
||||||||
|
|||||||||
|
|||||||||
| Kohlenhydrate – das „Benzin“ für die Rennfahrer
Opel-Teamarzt Dr. Bickelhaupt: „Leistungsfähigkeit ist auch eine Frage der Ernährung“ Rüsselsheim. Was für den Rennwagen das Benzin ist, sind für
Rennfahrer die Kohlenhydrate. Die körperliche und mentale Fitness
der Piloten spielt eine immer größere Rolle im Kampf um Sekundenbruchteile,
wie er in der DTM, die am ersten
„Genauso wie die Techniker dürfen auch wir Rennfahrer nichts dem
Zufall überlassen“, erklärt Joachim Winkelhock (Opel Team Phoenix).
„Richtiges Essen und Trinken haben einen direkten Einfluss auf die Leistungsfähigkeit“,
bestätigt Opel-Teamarzt Dr. Andreas Bickelhaupt. Wozu falsche Ernährung
führen kann, weiß Timo Scheider (Opel Team Holzer), derzeit
punktbester Opel-Pilot, aus eigener Erfahrung: „Bei meinem ersten DTM-Rennen
vor zwei Jahren in Hockenheim habe ich vor Aufregung und Zeitmangel nur
gefrühstückt, vor dem Rennen nichts mehr gegessen und kaum etwas
getrunken. Im Rennen bekam ich dann Schwindelanfälle, war kurz vor
einem Kollaps und musste ärztlich behandelt
Keine Erholung im Cockpit Rennfahrer sind Ausdauersportler. Eine Renndauer von 45 Minuten erfüllt
zweifelsohne dieses sportmedizinische Kriterium. Anders als beispielsweise
die ußball-Nationalspieler bei den Spielen zur Weltmeisterschaft
in Japan und Südkorea, die während 90 Minuten Spieldauer
Von der Fahrzeug-Balance zu balancierten Getränken Gerade durch die hohen Temperaturen ist auch der Flüssigkeitsverlust extrem. Zwei Kilogramm und mehr Gewichtsverlust während eines DTM-Rennens sind durchaus normal. Umso wichtiger ist es, den Flüssigkeitshaushalt regelmäßig auszugleichen. Reichlich Wasser – „drei Liter und mehr am Tag“, so Manuel Reuter, zuletzt in Donington auf der Pole-Position – ist die Regel, wobei die Wasseraufnahme in Form von – verdünnter – Apfelsaft-Schorle besonders beliebt ist. Spätestens zwei Stunden vor dem Start greifen die Piloten zu ihren
persönlichen Trinkflaschen mit speziellen Getränken, die Dr.
Andreas Bickelhaupt, Sportmediziner, Chirurg und Unfallchirurg mit eigener
Praxis in Göppingen, für jeden Fahrer und vor allem abhängig
vom Wetter mischt. „Nicht nur die so oft angesprochene Fahrzeug-Balance
ist wichtig für den Erfolg, sondern auch die Aufnahme von ‚balancierten
Getränken’, mit denen Kalzium, Natrium und Magnesium in spezifischen
Mengen zugeführt werden. Zudem werden die Vitamine C und E ergänzt,
zur Stärkung des Immunsystems und für eine bessere Regeneration.“
Wenn Krämpfe auftreten oder Extrembelastungen bevorstehen, können
zudem Elektrolyte in hoher Konzentration durch Infusionen verabreicht werden.
Kohlenhydrat-Speicher muss rechtzeitig gefüllt werden Ebenso bedeutungsvoll wie der Flüssigkeitshaushalt ist der so genannte Kohlenhydrat-Speicher. Dieser Energie-Vorrat wird zielorientiert zum Rennwochenende hin aufgebaut und gesteigert. Dabei existieren zweierlei Techniken, das so genannte „Tapering“ und die „Crash-Diät“. Beim Tapering werden dem Körper über eine Woche hinweg kontinuierlich Kohlenhydrate zugeführt. Dabei liegt der Bedarf für einen Ausdauersportler gut und gerne bei rund 5000 Kalorien täglich. Zum Vergleich: Wer am Schreibtisch tätig ist, kommt locker mit weniger als der Hälfte aus. Während beim normalen Menschen der Kalorienbedarf zu jeweils 20 Prozent aus Fett- und Aminosäuren sowie 60 Prozent aus Kohlenhydraten (Nudeln, Reis, Kartoffeln, Gemüse) abgedeckt wird, sollte der Rennfahrer maximal je zehn Prozent der Kalorien aus Aminosäuren und Fettsäuren beziehen, den Rest aus Kohlenhydraten. „Meine Ernährung besteht auch unter der Woche zu achtzig Prozent aus Nudeln, dazu viel Salat, möglichst kein Fett“, bestätigt Timo Scheider. Manuel Reuter, der sich vor allem mit Triathlon fit hält, erklärt
die „Crash-Diät“: „Bei dieser Methode wird der Kohlenhydratspeicher
im Körper zuerst entleert, wodurch anschließend durch Einsatz
eines Kohlenhydratgels ein effizientes ‚Carbo-Loading’ erfolgt.“
|
|||||||||
|
Weitere Themen: |
| © copyright by Redaktionsbüro Kebschull 26.05. 2002 |