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Rennen 5. Lauf DTM Norisring, 28.-30. Juni 2002
30. Juni 2002
Aiello und Schneider zeigen Weltklasse-Sport am Norisring
Atemberaubend und hoch dramatisch – so war das Duell zwischen Tabellenführer
Laurent Aiello (Abt-Audi TT-R) und dem amtierenden Meister Bernd Schneider
(Mercedes-Benz CLK-DTM) beim fünften Saisonlauf der DTM auf dem Nürnberger
Norisring. Die zwei Weltklasse-Piloten fuhren ab Halbzeit des 101,2 Kilometer
langen Wertungslaufes im Millimeterabstand hintereinander: Schneider führte,
Aiello konnte einige Male aufschließen und hatte sogar kurz die Nase
vorn, doch Schneider ließ sich die Führung nicht nehmen. In
der letzten Kurve der letzten Runde des 2,3 Kilometer langen Kurses ließ
Schneider eine Lücke, Aiello zog vorbei und fuhr mit 0,1 Sekunden
Vorsprung als Sieger über die Ziellinie. „Normalerweise lasse ich
mir in der letzten Kurve nicht den Sieg nehmen“, sagte Schneider, „aber
ich habe eine gelbe Flagge gesehen und bin vom Gas gegangen.“ Pech für
den dreimaligen DTM-Champion: Zwar war wegen einer Kollision zuvor tatsächlich
gelb gezeigt worden, doch hatte der Streckenposten die gelbe Flagge gerade
wieder eingezogen, als Schneider und Aiello ihn in der Dutzendteich-Kehre
passierten. So konnte Aiello seinen vierten Sieg im fünften Rennen
feiern.
Dritter vor ausverkauften Tribünen mit insgesamt 126.000 Zuschauern
am Wochenende, wurde auf dem legendären Stadtkurs der Schwede Mattias
Ekström (Abt-Audi TT-R), der zuvor das Qualifikationsrennen gewonnen
hatte. Als Halbzeitmeister mit beachtlichem Vorsprung von 25 Punkten reist
der Franzose Aiello nun zum nächsten DTM-Rennen auf den EuroSpeedway
Lausitz in zwei Wochen (12. bis 14. Juli), Tabellenzweiter ist Ekström
mit 23 Punkten, den dritten Rang hat nun Schneider (21 Punkte) inne.
„Ich war die ganze Zeit hoch konzentriert und unter Strom“, sagte
Aiello. „Ich habe darauf gewartet, dass Bernd einen Fehler macht und durfte
nie auch nur einen Zentimeter auf ihn verlieren. Das war ganz schön
anstrengend, denn Bernd ist sensationell gefahren – bis auf die Situation
in der letzten Kurve. Ich möchte ihm für seine Fairness danken,
das war wirklich beeindruckend.“ Auch der amtierende Champion war begeistert.
„Das war mit das schönste Rennen in meiner Karriere“, sagte er. „Es
war mir fast egal, wie es ausgeht, denn es war unglaublich fair und hat
riesigen Spaß gemacht.“
Norbert Haug, Sportchef von Mercedes-Benz, lobte: „Bernd und Laurent
haben großartigen Sport geboten, eine absolute Glanzleistung. Ich
erinnere mich an kein Rennen am Norisring, bei dem es an der Spitze so
spannend war. Wir haben nicht nur zwei Fahrer als Sieger, sondern die gesamte
DTM.“
Der dreimalige Norisring-Gewinner Joachim Winkelhock wurde an fünfter
Stelle liegend schuldlos aus dem Rennen geworfen, als Thomas Jäger
(Mercedes-Benz) versuchte, ihn auszubremsen, sich dabei aber verbremste
und dem schwäbischen Opel-Fahrer ins Auto fuhr. Schon zuvor war Markenkollege
Timo Scheider beim Start zum Qualifikationsrennen unglücklich in eine
Kollision verwickelt worden, und hatte deshalb beim Wertungslauf gar nicht
antreten können. „Davon abgesehen“, sagte Opel-Sportchef Volker
Strycek selbstkritisch, „waren unsere Astra V8 Coupés heute einfach
nicht schnell genug. Das Rennen war toll und beste Werbung für die
DTM; leider haben wir nicht die Rolle gespielt, die wir gerne gespielt
hätten.“
Im Qualifikationsrennen war wegen eines Startunfalls fünf Runden
lang das Sicherheitsfahrzeug ausgerückt. Beteiligte des Crashs waren
Marcel Fässler (Mercedes-Benz), Scheider (Opel) und Abt-Audi-Pilot
Karl Wendlinger.
Informationen rund ums Rennen
Ergebnis Wertungslauf:
1. Laurent Aiello (Abt-Audi), 37.35,213 Minuten
2. Bernd Schneider (Mercedes-Benz),0,197 Sekunden
zurück
3. Mattias Ekström (Abt-Audi), 3,253 Sekunden
zurück
4. Jean Alesi (Mercedes-Benz), 8,458 Sekunden zurück
5. Uwe Alzen (Mercedes-Benz), 11,439 Sekunden zurück
6. Christijan Albers (Mercedes-Benz), 22,336 Sekunden
zurück
7. Manuel Reuter (Opel), 26,504 Sekunden zurück
8. Bernd Mayländer (Mercedes-Benz),28,632
Sekunden zurück
9. Peter Dumbreck (Mercedes-Benz), 30,537 Sekunden
zurück
10. Patrick Huisman (Mercedes-Benz), 39,549 Sekunden
zurück
Dienstag, 2. Juli:
DSF 22.30 bis 23.30 Uhr Motodrom
Nächstes DTM-Rennen:
12. - 14. Juli auf dem EuroSpeedway Lausitz
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