Abt-Audi-Triumph: Aiello holt Meistertitel, Ekström ersten
DTM-Sieg
Der
Franzose Laurent Aiello hat im Abt-Audi TT-R seinen zweiten Matchball zum
frühzeitigen Gewinn der DTM 2002 verwandelt: Ihm reichte beim neunten
und vorletzten Lauf der DTM auf dem Circuit Park Zandvoort/NL ein sechster
Platz im Wertungslauf zum Meistertitel. Titelverteidiger Bernd Schneider
hätte das Rennen auf dem schnellen Dünenkurs an der Nordsee gewinnen
müssen, um die Entscheidung auf das Finale in Hockenheim (4. bis 6.
Oktober) zu vertagen. Doch Schneider holte im Mercedes-Benz CLK-DTM vom
sechsten Startplatz aus nur Rang zwei. Überragender Sieger des spannenden
Rennens wurde der Schwede Mattias Ekström im Abt-Audi TT-R. Es war
der erste Sieg des 24-Jährigen in der DTM. Rang drei ging an Schneiders
Markenkollegen Marcel Fässler, die Plätze vier und fünf
an Manuel Reuter und Timo Scheider (beide Opel Astra V8 Coupé).
Meister Aiello: „Widme den DTM-Titel meinem verstorbenen Großvater“
Der Trainingsschnellste Laurent Aiello hatte im Wertungslauf als 21.
und damit Letzter starten müssen. Die Sportkommissare hatten ihn vom
Qualifikationsrennen ausgeschlossen, weil am Samstag eine Verunreinigung
im Benzin seines Autos festgestellt worden war. „Es hatten sich wohl noch
Reste jenes Benzins im Tank befunden, das wir beim Test vergangene Woche
auf dem Lausitzring verwendet hatten – und dadurch war der Kraftstoff nicht
identisch mit dem, den es in Zandvoort gab“, erklärte der Teamchef
von Abt Sportsline, Hans-Jürgen Abt.
Doch Aiello kämpfte sich in einem bravourösen Rennen auf den
sechsten Platz vor. „Wir haben bei den ersten Rennen in dieser Saison einen
gewissen Abstand zwischen uns und Mercedes geschaffen. Davon haben wir
ab Saisonmitte profitiert, als Bernd Schneider immer stärker wurde.“
Der Franzose widmete seine Meisterschaft bewegt „meinem im Frühjahr
verstorbenen Großvater. Er hat mir mein erstes Rennkart gekauft,
ohne ihn hätte ich heute nicht diesen großen Erfolg feiern können.“
Überglücklich zeigte sich Zandvoort-Sieger Mattias Ekström:
„Das war das beste Rennen meines Lebens. Dabei muss man verdammt aufpassen,
die Konzentration nicht zu verlieren, wenn man so allein da vorne weg fährt...“
Schneider: „Laurent und Abt-Team dieses Jahr nicht zu schlagen“
„Gratulation an Laurent, er ist ein würdiger Meister“, sagte der
entthronte DTM-Meister Bernd Schneider. „Er war in Kombination mit dem
Abt-Team einfach der Beste in dieser Saison. Mein Ziel ist es, mir die
Meisterschaft nächstes Jahr zurückzuholen.“ Und selbstkritisch
fügte der 38-Jährige hinzu: „Ich war heute nicht schnell genug,
um
zu gewinnen. Der kleine Schwede Ekström war einfach schneller als
ich. Dank an meinen Teamkollegen Marcel Fässler – der mir Platz zwei
geschenkt hat. Und danke ans Team, das mich mit einem sensationellen Boxenstopp
zwei Plätze nach vorne geholt hat.“
Opel-Pilot Reuter: „Podiumsplatz aus eigener Kraft war möglich“
Auch Opel-Star Manuel Reuter gratulierte Aiello und versprach: „Wir
werden es ihm im nächsten Jahr ganz bestimmt nicht so einfach machen
wie in diesem.“ Mit seinem Resultat in Zandvoort war Reuter „nicht ganz
zufrieden. Hätte ich den Start nicht vermasselt und dabei zwei Plätze
verloren, wäre ein Podiumsplatz aus eigener Kraft möglich gewesen.
Das ärgert einen natürlich. Zufrieden bin ich, weil wir mit dem
Astra
Coupé die selben Rundenzeiten fuhren wie die anderen. Insofern
freue ich mich auf ein spannendes Finale in Hockenheim.“ Mit Timo Scheider
fuhr als Fünfter ein weiterer Opel-Fahrer in die Punkteränge.
Ergebnis Wertungslauf:
1. Mattias Ekström (Abt-Audi) 40:04,709 Minuten
2. Bernd Schneider (Mercedes-Benz) 5,545 Sek.zurück
3. Marcel Fässler (Mercedes-Benz) 7,724
4. Manuel Reuter (Opel)
8,744
5. Timo Scheider (Opel)
10,138
6. Laurent Aiello (Abt-Audi)
16,995
7. Christian Abt (Abt-Audi)
18,333
8. Jean Alesi (Mercedes-Benz)
18,866
9. Thomas Jäger (Mercedes-Benz) 28,921
10. Joachim Winkelhock (Opel)
29,831
Punktestand Fahrer (nach neun von zehn Rennen):
1. Laurent Aiello (Abt-Audi)
66
2. Bernd Schneider (Mercedes-Benz)
52
3. Mattias Ekström (Abt-Audi)
43
4. Marcel Fässler (Mercedes-Benz)
28
5. Jean Alesi (Mercedes-Benz)
24
6. Uwe Alzen (Mercedes-Benz)
20
7. Christian Abt (Abt-Audi)
15
8. Martin Tomczyk (Abt-Audi)
7
9. Alain Menu (Opel)
7
10. Manuel Reuter (Opel)
7
11. Timo Scheider (Opel)
7
12. Christijan Albers (Mercedes-Benz)
5
13. Joachim Winkelhock (Opel)
3
14. Karl Wendlinger (Abt-Audi)
3
15. Michael Bartels (Opel)
1
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