|
3. Lauf DTM Nürburgring, 23. – 25. Mai 2003
Christijan Albers gewinnt DTM-Krimi in der Eifel
Gerade 24 Jahre ist Christijan Albers jung, am Lenkrad seines
AMG-Mercedes CLK bot er auf dem Sprint-Kurs des Nürburgrings eine
außergewöhnlich routinierte Vorstellung. Der Niederländer
gewann nach 41 Runden souverän mit einem Vorsprung von 7,954 Sekunden
den turbulenten dritten Saisonlauf der DTM vor seinem Markenkollegen Marcel
Fässler.
Albers setzte sich mit einem Vorsprung von drei Punkten an die Tabellenspitze
der DTM. Nach toller Aufholjagd von Startplatz elf aus eroberte Champion
Laurent Aiello (Abt-Audi) als Dritter noch einen Podestplatz. Diesen luchste
er in spannenden Duellen dem dreifachen DTM-Meister Bernd Schneider (AMG-Mercedes
CLK) ab, der Vierter wurde. Die beiden besten Opel-Piloten waren zwischenzeitlich
zielstrebig auf Podestkurs. Peter Dumbreck jedoch fiel nach einer Kollision
mit Bernd Schneider zurück, Alain Menu verlor Rang drei, als er bei
der Ausfahrt nach seinem zweiten Pflicht-Boxenstopp eine Trennlinie überfuhr
und zu einer Straffahrt durch die Boxengasse verurteilt wurde. Insgesamt
kamen am Rennwochenende 38.000 Zuschauer an den Nürburgring. Sie erlebten
Tourenwagensport der Extraklasse. In die Punkteränge fuhren drei Abt-Audi,
drei Mercedes-Benz und zwei Opel.
Christijan Albers: „Eine tolle Leistung des gesamten Teams“
Im Kampf um die Pole Position musste sich Christijan Albers seinem Mercedes-Kollegen
Marcel Fässler zwar noch knapp geschlagen geben, 24 Stunden später
drehte der Youngster den Spieß aber um und holte nach der Paradevorstellung
vor 14 Tagen auf dem Adria Raceway den zweiten DTM-Sieg seiner Karriere.
„Ich bedanke mich beim ganzen Team. Sie haben mir ein tolles Auto hingestellt.
Es ist faszinierend, in einem Werksteam zu fahren. Hier kann ich zeigen,
was ich gelernt habe“, erklärte ein freudetrunkener Albers. Mercedes-Sportchef
Norbert Haug lobte: „Eine wunderbare Fahrt von Christijan und Marcel. Die
DTM war noch nie so umkämpft wie in diesem Jahr.“
Laurent Aiello: „Mein Geschenk für mich“
Zwei Tage vor dem Rennen war Laurent Aiello 34 Jahre alt geworden. „Das
größte Geschenk“, so hatte der DTM-Champion prophezeit, „mache
ich mir am Sonntag mit einem Pokal selbst.“ Da passte Startplatz elf nicht
ins Konzept. Doch mit einer fehlerfreien, kämpferischen Leistung eroberte
der Franzose den dritten Rang: „Ich bin das Rennen ruhig angegangen. Im
Renntrimm war mein Auto sehr gut, außerdem waren die Boxenstopps
perfekt und die Strategie auch. Wenn ich um den Titel mitfahren will, muss
ich aber im Training noch besser werden.“ Siegchancen hatte Aiellos Markenkollege
Mattias Ekström. Der Schwede setzte sich beim Start an die Spitze,
doch dann kostete ihn eine falsch aufgesetzte Radmutter beim Boxenstopp
soviel Zeit, dass er nur Siebter wurde. Teamchef Hans-Jürgen Abt trauerte:
„Schade, Mattias ist sensationell gefahren. Aber Fehler passieren nun mal.“
Peter Dumbreck: „Unser Astra war am Nürburgring bärenstark“
Gemischte Gefühle bei Opel: Denn jene beiden Piloten, die schließlich
die Punkteränge fünf und sechs – Peter Dumbreck und Alain Menu
– eroberten, lagen zwischenzeitlich auf Kurs Richtung Podest. Peter Dumbreck
warf ein Dreher, ausgelöst durch die Kollision mit Bernd Schneider
zurück. „Ich bin insgesamt sehr froh, dass wir im Renntempo mit den
Audi und den Mercedes mithalten konnten“, sagte der Schotte. Dumbreck konnte
nicht nur mithalten: Er drehte im Verlauf des Rennens immer wieder die
schnellsten Runden im Feld. „Das war eine tolle Demonstration der Möglichkeiten
unseres Astra V8 Coupés“, sagte Opel-Sportchef Volker Strycek. „Die
Fortschritte mit dem Auto sind fantastisch. In Hockenheim haben uns mit
den brandneuen Astra sechs Zehntel gefehlt, und jetzt sind wir bereits
direkt am Auspuff der Konkurrenz.“ Opels Bester Peter Dumbreck bestätigte:
„Unser Astra war am Nürburgring bärenstark. Wenn wir diese Form
mit zum nächsten Rennen an den Lausitzring nehmen können, sind
wir dort für Podiumsplatzierungen allemal gut gerüstet.“
Ergebnis Rennen
1. Christijan Albers (Mercedes-Benz)
41 Runden in 1:01.38,184 Stunden (144,839 km/h)
2. Marcel Fässler (Mercedes-Benz), 7,954 Sekunden
3. Laurent Aiello (Abt-Audi), 12,668 Sekunden
4. Bernd Schneider (Mercedes-Benz), 15,400 Sekunden
5. Peter Dumbreck (Opel), 19,280 Sekunden
6. Alain Menu (Opel), 34,671 Sekunden
7. Mattias Ekström (Abt-Audi), 36,495 Sekunden
8. Christian Abt (Abt-Audi), 37,356 Sekunden
9. Manuel Reuter (Opel), 42,558 Sekunden
10.Joachim Winkelhock (Opel), 45,752 Sekunden
Punktestand Fahrer (nach drei von zehn Rennen)
1. Christijan Albers (Abt-Audi)
24
2. Marcel Fässler (Mercedes-Benz)
21
3. Bernd Schneider (Mercedes-Benz)
19
4. Laurent Aiello (Abt-Audi)
18
5. Mattias Ekström (Abt-Audi)
11
6. Peter Dumbreck (Opel)
10
7. Jean Alesi (Mercedes-Benz)
7
8. Alain Menu (Opel)
4
9. Timo Scheider (Opel)
2
10. Christian Abt (Abt-Audi)
1
Nächstes DTM-Rennen
6. – 8. Juni EuroSpeedway Lausitz
|