| Audi holt ALMS-Titel mit Sieg in Miami
Mit einem Sieg beim erstmals ausgetragenen „Grand Prix of the Americas“
hat Audi vorzeitig die Herstellerwertung der American Le Mans-Serie (ALMS)
gewonnen und damit einen weiteren Hattrick geschafft: Nach 2000 und 2001
gewann Audi den Titel in der ALMS zum dritten Mal in Folge.
Beim vorletzten Saisonrennen auf dem neuen Stadtkurs
in Miami (Florida) zeigten die vier Audi Werksfahrer Frank Biela, Rinaldo
Capello, Tom Kristensen und Emanuele Pirro vor einer imposanten Kulisse
eine meisterliche Leistung: Bei dem von vielen Zwischenfällen und
insgesamt fünf Safety-Car-Phasen gekennzeichneten Rennen brachten
sie die beiden Infineon Audi R8 unbeschädigt ins Ziel – auf der engen
und von Betonmauern begrenzten Strecke keine Selbstverständlichkeit.
Den Sieg in Miami sicherten sich Frank Biela und
Emanuele Pirro, die zwei Wochen zuvor bereits das Rennen in Laguna Seca
gewonnen hatten. Damit verbesserte sich das deutsch-italienische Duo in
der Fahrerwertung auf die Plätze drei und vier. Bei ihrem Triumph
in Miami sorgten Biela/Pirro für eine Premiere, indem sie die gesamte
Renndistanz mit einem einzigen Reifensatz zurücklegten und damit einmal
mehr die außergewöhnlichen Qualitäten des Infineon Audi
R8 unter Beweis stellten.
Ein möglicher Audi Doppelsieg wurde durch eine
Stop-and-Go-Strafe vereitelt, die Tom Kristensen weniger als acht Minuten
vor Rennende wegen einer Berührung mit einem überrundeten Fahrzeug
absitzen musste. Kristensen kam trotzdem als Dritter ins Ziel und schloss
in der letzten Runde sogar noch zum zweitplazierten Cadillac auf.
Johnny Herbert und Stefan Johansson vom Audi Kundenteam
Champion Racing verloren ihre Chancen auf ein Podiumsergebnis ebenfalls
durch eine Stop-and-Go-Strafe, nachdem Johansson beim Boxenstopp mit dem
Heckflügel einen Luftschlauch an der Champion-Box abgerissen hatte.
Durch ihren dritten Platz behaupteten Tom Kristensen
und Rinaldo Capello die ersten beiden Positionen in der ALMS-Gesamtwertung.
Mit Kristensen, Capello, Biela, Pirro und Herbert kommen beim Finale am
kommenden Samstag in Road Atlanta nur noch Audi Fahrer für den Fahrertitel
in Frage.
Stimmen nach dem Rennen
Frank Biela (Infineon Audi R8 #1): „Es ist sehr, sehr gut gelaufen.
Ich hatte ein wenig Sorge, als wir bei unserem Boxenstopp die Reifen nicht
gewechselt haben, dass es vielleicht doch gegen Ende des Rennens Probleme
geben würde. Aber es hat gereicht. Wir hatten ein perfektes Auto,
und so konnten wir immer wieder einen Vorsprung herausfahren. Was die Meisterschaft
angeht, so haben wir zwar die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, aber
unter normalen Umständen haben wir kaum noch eine Chance.“
Emanuele Pirro (Infineon Audi R8 #1): „Das ist ein besonderer Sieg,
bedenkt man die Umstände – die Strecke, die Hitze, der Verkehr und
zu all´ dem auch noch unsere Entscheidung, die Reifen nicht zu wechseln.
Unser Auto war großartig, und ich konnte immer wieder einen Vorsprung
herausfahren. Gegen Ende des Rennens aber waren die Reifen dann doch hin,
besonders hinten. Die letzten Runden waren ein Albtraum. Im Kampf um die
Meisterschaft ist für uns der Zug wohl abgefahren. Wir können
nur noch auf ein Wunder hoffen, dennoch sind wir stolz auf das, was wir
dieses Jahr erreicht haben.“
Rinaldo Capello (Infineon Audi R8 #2): „Hauptsache, wir haben es auf
das Podium geschafft. Es war natürlich schade, so kurz vor Schluss
den zweiten Platz zu verlieren. Das ‚rote’ Auto war heute etwas schneller
als unseres. Als ich hinter Frank fuhr, bin ich im Verkehr stecken geblieben.
Doch auch Tom konnte später den Speed von Emanuele nicht mitgehen,
also haben Frank und Emanuele diesen Sieg verdient.“
Tom Kristensen (Infineon Audi R8 #2): „Uns war klar, dass bei diesem
Rennen entscheidend sein würde, durchzukommen. Das haben wir
geschafft, und ich glaube, wir sind ziemlich clever gefahren. Als ich Emanuele
verfolgt habe, musste ich eine halbe Runde hinter langsameren Autos herfahren,
weil dort gelbe Flaggen waren. Danach habe ich es ruhiger angehen lassen
und nur noch versucht, das Auto nach Hause zu bringen. Über die Stop-and-Go-Strafe
kann man diskutieren, nicht aber über den Zeitpunkt. Die Strafe wurde
erst fast eine Stunde nach dem Zwischenfall, kurz vor Rennende, verhängt.
Das ist für mich unprofessionell. Wir können froh sein, noch
Dritte geworden zu sein. Danke an die Jungs, das Auto war perfekt.“
Johnny Herbert (ADT Champion Audi R8 #38): „Unsere Strategie war, länger
draußen zu bleiben, als die Werks Audi und auf eine weitere Gelbphase
zu warten. Die kam zum Glück auch, nachdem es mir gelungen war, an
der Spitze einen Vorsprung herauszufahren. Die Reifen waren in der ersten
Rennhälfte ziemlich konstant, trotzdem haben wir entschieden, die
Vorderreifen zu wechseln. Schade nur, dass wegen der Stop-and-Go-Strafe
das Rennen für uns nicht auf dem Podium endete.“
Stefan Johansson (ADT Champion Audi R8 #38): „Als ich aus der Box fuhr,
blieb der Luftschlauch am Heckflügel hängen. Deshalb bekam ich
die Stop-and-Go-Strafe, die uns vom dritten auf den fünften Platz
zurückgeworfen hat. Das war für das Team eine sehr große
Enttäuschung. In der Schlussphase bin ich zurückgefallen, weil
ich sehr wenig Grip hatte.“
Ralf Jüttner, Technischer Direktor Team Audi Sport North America:
„Ein großes Kompliment an unsere vier Fahrer. Auf einer solchen Strecke
ohne Fehler durchzufahren, ist nicht selbstverständlich. Ich hätte
nie gedacht, dass wir das schaffen, vielmehr habe ich damit gerechnet,
dass es viel Schrott gibt, auch bei uns. Aber es ist alles heil geblieben,
darüber sind wir happy. Tom ist taktisch klug mit Blickrichtung Meisterschaft
gefahren. Ob die Stop-and-Go-Strafe gerechtfertig war, kann ich nicht beurteilen.
Immerhin ist Tom noch Dritter geworden und hat fast noch den Cadillac gepackt.“
Dr. Wolfgang Ullrich, Audi Sportchef: „Unsere Jungs sind ein tolles
Rennen gefahren und haben nichts kaputt gemacht, obwohl sie während
des gesamten Rennens die Schnellsten waren. Die vielen Gelbphasen haben
den herausgefahrenen Vorsprung natürlich immer wieder zunichte gemacht.
Die Stop-and-Go-Strafe so kurz vor Schluss ist für mich nicht so ganz
nachvollziehbar. Trotzdem ist Tom in der Meisterschaft kaum noch einzuholen.
Auf den neuerlichen Gewinn des Markentitel kann die ganze Audi Mannschaft
sehr stolz sein. Denn so leicht, wie viele glauben, war dieser dritte Titel
in Folge nicht zu erreichen.“
Ergebnisse
1. Biela/Pirro (Infineon Audi R8) 122 Runden
2. Angelelli/Lehto (Cadillac) + 14,021 Sek.
3. Capello/Kristensen (Infineon Audi R8) + 14,536 Sek.
4. Magnussen/Brabham (Panoz) + 48,620 Sek.
5. Herbert/Johansson (Audi R8) 1 Rd. zur.
6. Goossens/Ave (Riley&Scott-Elan) 1 Rd. zur.
7. Bernard/Collard (Cadillac) 2 Rd. zur.
8. Knight/Hürtgen/Block (MG Lola) 3 Rd. zur.
9. Fellows/O’Connell (Chevrolet) 3 Rd. zur.
10. Pilgrim/Collins (Chevrolet) 4 Rd. zur.
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