| Audi gewinnt US-Langstreckenklassiker
Mit einem Dreifachsieg beim 500-Meilen-Rennen in Road America hat sich
Audi nach den 12 Stunden von Sebring und dem „Petit Le Mans“ bei einem
weiteren US-Langstreckenklassiker in die Siegerliste eingetragen. Während
die Konkurrenz auf der schnellen und anspruchsvollen Strecke der enormen
Hitze von bis zu 34 Grad im Schatten Tribut zollte, liefen die Infineon
Audi R8 während der gesamten 4:15 Stunden völlig problemlos –
und das, obwohl die Audi Piloten von der ersten bis zur letzten Runde ein
enormes Tempo
gingen.
Die beiden Werks-R8 des Teams Audi Sport North America
lieferten sich ein Duell, das die Zuschauer an der Strecke und die gesamte
Audi Mannschaft in Atem hielt. Mehrfach wechselte die Führung zwischen
den beiden Infineon Audi R8. Zwei gegen Rinaldo Capello verhängte
Stop-and-Go-Strafen schienen die Entscheidung zu Gunsten von Emanuele Pirro
und Frank Biela zu bringen. Doch ein Reifenschaden am Infineon Audi R8
mit der Startnummer 1 spielte das Rennen wieder in die Hände von Rinaldo
Capello und Tom Kristensen. Zwar wurde der Druckverlust im rechten Hinterreifen
dank des von Audi und Michelin entwickelten elektronischen Überwachungssystems
rechtzeitig erkannt, der außerplanmäßige Boxenstopp warf
Biela/Pirro jedoch deutlich hinter das Schwesterauto zurück.
Den Audi Dreifachsieg in Road America machte das
Audi Kundenteam Champion Racing perfekt, das trotz eines Ausrutschers von
Stefan Johansson ins Kiesbett den dritten Platz belegte.
Rinaldo Capello feierte den Sieg beim „Road America
500“, das erstmals 1957 ausgetragen wurde und in den USA eine große
Tradition hat, indem er seinen Infineon Audi R8 nach der Zieldurchfahrt
auf der Stelle kreiseln ließ. Die „Donuts“ waren ein Geschenk an
seinen Teamkollegen Tom Kristensen, der am Renntag seinen Geburtstag feierte
und weiterhin die Gesamtwertung der American Le Mans-Serie (ALMS) anführt.
Stimmen nach dem Rennen
Rinaldo Capello (Infineon Audi R8 #2): „Mit der zweiten Stop-and-Go-Strafe
bin ich überhaupt nicht einverstanden. Ich bin sicher, dass ich nicht
unter gelber Flagge überholt habe. Aber wir haben gewonnen und dieser
Sieg ist eine große Befriedigung. Ich habe bis zum Schluss attackiert,
denn das Auto war perfekt. Unsere Mechaniker haben großartig gearbeitet
und mit schnellen Boxenstopps zweimal dafür gesorgt, dass wir die
Führung übernommen haben.“
Tom Kristensen (Infineon Audi R8 #2): „An meinem Geburtstag gemeinsam
mit Dindo zu gewinnen, war großartig. Über sein Geschenk nach
dem Rennen habe ich mich sehr gefreut: Er hat für mich Donuts in Turn
5 gedreht. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft, sie hat bei den Boxenstopps
hervorragende Arbeit geleistet. Dindo ist am Ende perfekt gefahren und
ich hatte am Anfang einen tollen Kampf mit Emanuele.“
Frank Biela (Infineon Audi R8 #1): „Eigentlich war es ein gutes Rennen
für uns. Das Auto war sehr gut, trotz eines leichten Untersteuerns
hat alles gepasst. Leider hat uns ein Reifenschaden den Sieg gekostet.
Während einer Gelbphase hat jemand viele Steine auf die Strecke geworfen.
Ich schätze, dass dadurch der Reifen aufgeschlitzt wurde.“
Emanuele Pirro (Infineon Audi R8 #1): „Ich war mit meinem Rennen sehr
zufrieden. Es sah sehr gut für uns aus, aber wir hatten Pech. Wir
waren heute schneller, ich habe Tom auf der Strecke zweimal überholt.
Wir haben es nicht verdient, Zweiter zu werden – aber das ist Racing.“
Johnny Herbert (ADT Champion Audi R8 #38): „Insgesamt war das Rennen
heute für uns ganz okay. Zu Beginn hatten wir einige Probleme am Panoz
vorbei zu kommen, das hat Zeit gekostet. Später hat uns der Verkehr
auf der Strecke aufgehalten, und Stefans Ausrutscher hat die Situation
natürlich nicht verbessert. Wir hätten durchaus weiter vorne
landen können.“
Stefan Johansson (ADT Champion Audi R8 #38): „Ich habe bei der Einfahrt
in Turn 8 einen Fehler gemacht. Mein Fuß rutschte vom Brems- auf
das Gaspedal und im nächsten Moment stand ich schon im Kiesbett. Anschließend
sind wir konstante Rundenzeiten gefahren und ich freue mich über den
dritten Platz.“
Ralf Jüttner, Technischer Direktor Team Audi Sport North America:
„Das war ein heißes Rennen. Das Duell zwischen Tom und Emanuele in
der Anfangsphase war wirklich Racing vom Allerfeinsten. Danach ist das
Rennen leider etwas durch die Gelbphasen zerrissen worden. Dindo hatte
Glück, dass er durch seine zwei Stop-and-Go-Strafen nicht mehr Schaden
davon getragen hat. Frank und Emanuele hatten Pech mit dem Reifenschaden,
sonst wäre es wahrscheinlich ihr Rennen gewesen. Der Reifen wurde
aufgeschlitzt, Gott sei
Dank haben wir den Druckabfall im Reifen mit unserem Überwachsungssystem
sofort erkannt. Der Doppelsieg ist ein Traumergebnis. Ich bin stolz auf
die Mannschaft und echt happy, denn Road America ist eine extrem anspruchsvolle
Strecke.“
Dr. Wolfgang Ullrich, Audi Sportchef: „Wir sind einen Großteil
des Rennens Rundenzeiten gefahren, die sonst eigentlich nur im Qualifying
möglich sind. Unseren Fahrern hat das Rennen heute sichtlich Spaß
gemacht, und unsere Autos waren die einzigen, die länger als vier
Stunden dieses Tempo durchgehalten haben. Vor allem Emanuele und Tom haben
gleich zu Beginn des Rennens sehr hart gegeneinander gekämpft, aber
ernsthafte Sorgen habe ich mir deshalb keine gemacht. Ich kenne beide sehr
gut und weiß, wie professionell sie sind. Zwar gab es einige haarige
Situationen, aber eher mit anderen Fahrzeugen. Die Truppe hat einen tollen
Job gemacht und wieder einmal bewiesen, dass sie unsere Audi R8 auf jede
Rennstrecke perfekt anpassen können.“
Ergebnisse
1. Capello/Kristensen (Infineon Audi R8) 118 Runden
2. Pirro/Biela (Infineon Audi R8) + 32,172 Sek.
3. Herbert/Johansson (Audi R8) + 1.34,666 Min.
4. Field/Field (Lola-Judd) 7 Rd. zur.
5. Pilgrim/Collins/Freon (Chevrolet) 9 Rd. zur.
6. Fellows/O´Connell/Gavin (Chevrolet) 10 Rd. zur.
7. Naspetti/Schiattarella (Ferrari) 12 Rd. zur.
8. Bernhard/Bergmeister (Porsche) 14 Rd. zur.
9. Luhr/Maassen (Porsche) 14 Rd. zur.
10. Devlin/Oberto/MacLeod (Lola-Ford) 15 Rd. zur.
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