UntenEuroSpeedway Lausitz, 10.-12. August 2001

Formel 3 - Rennen

Rennen Sonntag (14. Lauf)

Vierter Saisonsieg und Tabellenführung für Diefenbacher

Nachdem er am Samstag die Tabellenführung denkbar knapp mit nur einem Punkt Vorsprung übernommen hatte, machte Frank Diefenbacher im 14. Saisonlauf seine Ambitionen auf den Titelgewinn deutlich: Der Pforzheimer gewann souverän den 14. Lauf zur Int. Deutschen Formel-3-Meisterschaft auf dem 4,534 Kilometer langen EuroSpeedway Lausitz. Nach seinem vierten Saisonsieg führt der 19-Jährige im Dallara Opel-Spiess des Opel Teams BSR nun mit 26 Punkten Vorsprung. 

Sechs Rennen vor dem Saisonende ist sein Teamkollege Toshihiro Kaneishi die härteste Konkurrenz. Der Japaner kam auf dem hochmodernen Kurs in der Niederlausitz auf dem zweiten Platz ins Ziel. Dritter wurde der Lokalmatador Stefan Mücke (Dallara Opel-Spiess). Der Berliner machte vor heimischem Publikum durch die beiden dritten Plätze in der Meisterschaftstabelle mächtig Boden gut. Mit 108 Zählern liegt Mücke nun nur noch 14 Punkte hinter Pierre Kaffer. Der Rheinländer kam nur auf dem zehnten Platz ins Ziel, sodass ihm lediglich ein einziges Pünktchen blieb.

Nachdem der Belgier Tom van Bavel mit abgestorbenem Motor einen Startabbruch ausgelöst hatte, wurde das Rennen auf 17 Runden verkürzt. 28 Piloten machten sich auf den Weg, um einen Lauf zu absolvieren, der wenig Höhepunkte bot. 
Unisono beklagten sich die Youngster aus der höchsten deutschen Formel-Rennserie über die schlechten Überholmöglichkeiten auf dem EuroSpeedway. „Wenn man sich einmal an den Vordermann herangesaugt hat, verliert der Wagen im Windschatten jeglichen Anpressdruck auf der Vorderachse. Den muss man aber haben, um sich neben den Konkurrenten zu setzen und ihn dann zu überholen“, erklärte Stefan Mücke stellvertretend.

So schwamm sich Frank Diefenbacher, aus der Pole Position kommend, schon früh frei, um einem nie gefährdeten Sieg zu feiern. Am Ende hatte ‚Diefi’ 4,745 Sekunden Vorsprung. Lediglich in den ersten Runden konnte Kaneishi dem Tempo des Führenden folgen, ehe der Japaner dem Ansturm von Stefan Mücke trotzen musste und somit Zeit verlor. Mücke seinerseits bekam vor allem gegen Rennende noch einmal mächtig Druck von Björn Wirdheim. Doch auch der Schwede fand keinen Weg am Berliner vorbei. Hinter ihm kam der Däne Nicolas Kiesa auf den fünften Platz. Kiesa verlor in der ersten Runde drei Plätze und konnte so die Früchte seines zweiten Startplatzes nicht nutzen. Schon in der ersten Kurve war das Rennen des Brasilianers Joao Paulo de Oliveira beendet, als er im Kampfgetümmel das Ende der Boxenmauer berührte und dabei seine Vorderradaufhängung beschädigte.

In der achten Runde flog Kimmo Liimatainen von der Bahn, nachdem Bernhard Auinger einen unmöglichen Bremspunkt gewählt hatte. Während der Finne ans Ende des Feldes rückte, erhielt der Österreicher eine Verwarnung.

Frank Diefenbacher kassierte nicht nur den Sieg, sondern auch die Ehre für die schnellste Rennrunde. Seine 1:37.129 Minuten bedeuteten ein Durchschnittstempo von 168,049 km/h.

Stimmen der Fahrer

Frank Diefenbacher: Ich hatte gestern schon einen riesigen Speed. Nach dem tollen Start, musste es heute einfach klappen. Ich habe schon sehr früh gemerkt, dass mich eigentlich nur ein Defekt hätte bremsen können. Ich bin jetzt froh, wieder an der Tabellenspitze zu liegen. Dies übt bestimmt auch ein bisschen Druck auf Kaneishi aus. Ich kämpfe aber in erster Linie um den Titel, nicht nur gegen meinen Teamkollegen.

Toshihiro Kaneishi: Es ist kaum möglich, hier zu überholen. Am Anfang war ich noch an Diefenbacher dran, doch dann musste ich auch meinen zweiten Platz gegen Mücke verteidigen. Dadurch haben wir natürlich etwas Speed verloren, sodass Diefenbacher viel Raum gewinnen konnte. Wenn der Windschatten einmal weg ist, schafft man es kaum noch, an den Vordermann heranzukommen.

Stefan Mücke: Obwohl ich einen guten Start hatte, musste ich zurückstecken, um eine Kollision zu vermeiden. Schon in der ersten Runde kam ich allerdings auf Rang drei, da ich auch schneller war, als Kaneishi. Ich habe dann immer im Windschatten gelegen, was sich auf meine Reifen negativ ausgewirkt hat. Ich hatte zum Schluss unglaubliches Übersteuern. Dadurch hatte ich sogar noch Mühe, den dritten Platz zu verteidigen.

Offizieller Pressetext Deutsche Formel-3-Vereinigung e.V.
www.formel3.com
 
 
 


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