| Rennen Sonntag (14. Lauf)
Vierter Saisonsieg und Tabellenführung für Diefenbacher
Nachdem er am Samstag die Tabellenführung denkbar knapp mit nur
einem Punkt Vorsprung übernommen hatte, machte Frank Diefenbacher
im 14. Saisonlauf seine Ambitionen auf den Titelgewinn deutlich: Der Pforzheimer
gewann souverän den 14. Lauf zur Int. Deutschen Formel-3-Meisterschaft
auf dem 4,534 Kilometer langen EuroSpeedway Lausitz. Nach seinem vierten
Saisonsieg führt der 19-Jährige im Dallara Opel-Spiess des Opel
Teams BSR nun mit 26 Punkten Vorsprung.
Sechs Rennen vor dem Saisonende ist sein Teamkollege Toshihiro Kaneishi
die härteste Konkurrenz. Der Japaner kam auf dem hochmodernen Kurs
in der Niederlausitz auf dem zweiten Platz ins Ziel. Dritter wurde der
Lokalmatador Stefan Mücke (Dallara Opel-Spiess). Der Berliner machte
vor heimischem Publikum durch die beiden dritten Plätze in der Meisterschaftstabelle
mächtig Boden gut. Mit 108 Zählern liegt Mücke nun nur noch
14 Punkte hinter Pierre Kaffer. Der Rheinländer kam nur auf dem zehnten
Platz ins Ziel, sodass ihm lediglich ein einziges Pünktchen blieb.
Nachdem der Belgier Tom van Bavel mit abgestorbenem Motor einen Startabbruch
ausgelöst hatte, wurde das Rennen auf 17 Runden verkürzt. 28
Piloten machten sich auf den Weg, um einen Lauf zu absolvieren, der wenig
Höhepunkte bot.
Unisono beklagten sich die Youngster aus der höchsten deutschen
Formel-Rennserie über die schlechten Überholmöglichkeiten
auf dem EuroSpeedway. „Wenn man sich einmal an den Vordermann herangesaugt
hat, verliert der Wagen im Windschatten jeglichen Anpressdruck auf der
Vorderachse. Den muss man aber haben, um sich neben den Konkurrenten zu
setzen und ihn dann zu überholen“, erklärte Stefan Mücke
stellvertretend.
So schwamm sich Frank Diefenbacher, aus der Pole Position kommend, schon
früh frei, um einem nie gefährdeten Sieg zu feiern. Am Ende hatte
‚Diefi’ 4,745 Sekunden Vorsprung. Lediglich in den ersten Runden konnte
Kaneishi dem Tempo des Führenden folgen, ehe der Japaner dem Ansturm
von Stefan Mücke trotzen musste und somit Zeit verlor. Mücke
seinerseits bekam vor allem gegen Rennende noch einmal mächtig Druck
von Björn Wirdheim. Doch auch der Schwede fand keinen Weg am Berliner
vorbei. Hinter ihm kam der Däne Nicolas Kiesa auf den fünften
Platz. Kiesa verlor in der ersten Runde drei Plätze und konnte so
die Früchte seines zweiten Startplatzes nicht nutzen. Schon in der
ersten Kurve war das Rennen des Brasilianers Joao Paulo de Oliveira beendet,
als er im Kampfgetümmel das Ende der Boxenmauer berührte und
dabei seine Vorderradaufhängung beschädigte.
In der achten Runde flog Kimmo Liimatainen von der Bahn, nachdem Bernhard
Auinger einen unmöglichen Bremspunkt gewählt hatte. Während
der Finne ans Ende des Feldes rückte, erhielt der Österreicher
eine Verwarnung.
Frank Diefenbacher kassierte nicht nur den Sieg, sondern auch die Ehre
für die schnellste Rennrunde. Seine 1:37.129 Minuten bedeuteten ein
Durchschnittstempo von 168,049 km/h.
Stimmen der Fahrer
Frank Diefenbacher: Ich hatte gestern schon einen riesigen Speed.
Nach dem tollen Start, musste es heute einfach klappen. Ich habe schon
sehr früh gemerkt, dass mich eigentlich nur ein Defekt hätte
bremsen können. Ich bin jetzt froh, wieder an der Tabellenspitze zu
liegen. Dies übt bestimmt auch ein bisschen Druck auf Kaneishi aus.
Ich kämpfe aber in erster Linie um den Titel, nicht nur gegen meinen
Teamkollegen.
Toshihiro Kaneishi: Es ist kaum möglich, hier zu überholen.
Am Anfang war ich noch an Diefenbacher dran, doch dann musste ich auch
meinen zweiten Platz gegen Mücke verteidigen. Dadurch haben wir natürlich
etwas Speed verloren, sodass Diefenbacher viel Raum gewinnen konnte. Wenn
der Windschatten einmal weg ist, schafft man es kaum noch, an den Vordermann
heranzukommen.
Stefan Mücke: Obwohl ich einen guten Start hatte, musste
ich zurückstecken, um eine Kollision zu vermeiden. Schon in der ersten
Runde kam ich allerdings auf Rang drei, da ich auch schneller war, als
Kaneishi. Ich habe dann immer im Windschatten gelegen, was sich auf meine
Reifen negativ ausgewirkt hat. Ich hatte zum Schluss unglaubliches Übersteuern.
Dadurch hatte ich sogar noch Mühe, den dritten Platz zu verteidigen.
Offizieller Pressetext Deutsche Formel-3-Vereinigung e.V.
www.formel3.com
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