Unten Hockenheim  28.-29. Oktober 2000

Opel

Manuel Reuter hat den Vizetitel fest im Visier

Opel-Sportchef Strycek zieht schon vor dem Finale in Hockenheim eine positive Bilanz 

Rüsselsheim. Die Vize-Meisterschaft für Opel-Pilot Manuel Reuter ist zum Greifen nahe. Beim Finale des Deutschen Tourenwagen- Masters (DTM) am 29. Oktober in Hockenheim will Opel einen erfolgreichen Schlusspunkt am Ende einer ebenso abwechslungsreichen wie erfreulichen Premieren-Saison der DTM setzen. "Natürlich haben wir uns auch für das letzte Saisonrennen viel vorgenommen", äußert Opel-Sportchef Volker Strycek. "Doch ganz gleich, wie das Finale ausgeht: Für Opel und für die DTM war es eine überaus erfolgreiche Saison, die alle Erwartungen übertroffen hat."
Volker Strycek, 1984 der erste DTM-Titelträger, führt aus: "Was die DTM betrifft, so haben wir in den kühnsten Träumen nicht mit einem so großen Zuspruch und derart spannenden Rennen gerechnet." Ein Zuschauerschnitt von 63.000 pro Rennen und insgesamt rund 200 Millionen Fernseh-Zuschauer belegen Stryceks Aussage ebenso wie die Tatsache, dass meist 15 DTM-Autos im Qualifying innerhalb einer Sekunde lagen und auch im Rennen um jede Position hart gekämpft wurde. "Nicht nur die nackten Zahlen, sondern auch die tolle Atmosphäre auf den Tribünen und im Fahrerlager haben die neue DTM auf Anhieb wieder zu dem gemacht, was sie früher einmal war."

Die Opel-Bilanz fällt ebenso positiv aus: Sechs Siege, 15 Podiumsplatzierungen, drei Pole-Positions, 16 Bestzeiten in Training und Warm-up, fünf schnellste Runden stehen bisher in der DTM-Statistik für die Marke mit dem Blitz zu Buche. "Es ist uns gelungen, mit dem Opel V8 Coupé einen Tourenwagen auf die Rennstrecke zu bringen, der von der ersten Sekunde an, vom Auftaktrennen in
Hockenheim, der starken Konkurrenz von Mercedes ebenbürtig war", so Sportchef Strycek. "Natürlich hätten wir den Titelkampf gerne bis zum Finale offen gehalten, doch vor allem die Reifenschäden am Sachsenring haben uns im Titelrennen entscheidend zurückgeworfen. Dass wir eine solche Enttäuschung gut wegstecken können, haben wir mit dem Sieg von Uwe Alzen in Oschersleben sowie der Pole-Position von Joachim Winkelhock und den beiden Siegen von Manuel Reuter zuletzt am Nürburgring eindrucksvoll dokumentiert." Strycek weiter: "Allen Fahrern und Teams sowie der gesamten Mannschaft des Opel Performance Centers gebührt für ihren tollen Einsatz ein großes Kompliment."

Für die beiden Finalrennen auf dem Grand-Prix-Kurs von Hockenheim ist die Zielsetzung klar: Manuel Reuter, viermaliger Saisonsieger und 1996 auf Opel Calibra V6 letzter Champion der alten DTM/ITC-Ära, will die Vize-Meisterschaft endgültig unter Dach und Fach bringen. "Ich habe 40 Punkte Vorsprung und brauche höchstens noch einen einzigen Punkt", so der gebürtige Mainzer.
"Natürlich will ich mehr, am liebsten zwei Siege." Mit zwei Siegen würde Opel nicht nur seinen vielen Fans ein prächtiges Fest zum Saisonausklang bereiten, sondern auch nach Siegen mit Mercedes gleichziehen. Derzeit steht es 8:6 für die Stuttgarter. Zudem peilt das Opel Team Phoenix den Sprung auf Rang zwei der DTM-Teamwertung an. Vor dem Finale ist das am Nürburgring ansässige
Team um Ernst Moser mit drei Punkten Rückstand Dritter.

Dass Opel für das große Showdown gut gerüstet ist, bewies der "Opel-Achter" mit Uwe Alzen und Joachim Winkelhock (Opel Team Holzer), Manuel Reuter und Michael Bartels (Opel Team Phoenix), Eric Helary und Timo Scheider (Team Opel Holzer) sowie Christian Menzel (Opel Team Irmscher) und Stefano Modena (Opel Euroteam) bei offiziellen DTM-Testfahrten auf dem ultraschnellen
GP-Kurs. Zwei Mal Reuter vor Alzen, einmal Alzen vor Bartels - so die Rangliste an den drei Tagen. "Wir sind viel gefahren und haben wertvolle Erkenntnisse gesammelt, jedoch lassen sich auf Grund der wechselnden Bedingungen nur bedingt Rückschlüsse für das Finale ziehen", sieht Technikchef Donatus Wichelhaus Opel keineswegs in der Favoritenrolle. Volker Strycek ist überzeugt:
"Wir werden ein aufregendes und spannendes DTM-Finale erleben, weil jede Marke und jeder einzelne Fahrer noch einmal alles geben wird, schließlich nimmt man den Erfolg mit in den Winter. Die Meisterschaft ist entschieden, deshalb ist jeder von diesem Druck befreit, Strategie und Taktik spielen keine Rolle mehr. Das gilt auch für Opel und unsere acht Fahrer. Jeder kann und darf
gewinnen."

 
 

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