|
Traditionsstrecke mit Tücken
Opel-Pilot Manuel Reuter als Tabellenzweiter zum Sachsenring
| Rüsselsheim. Der Sachsenring, so ist sich Opel-Werksfahrer Manuel
Reuter sicher, stellt mit den PS-starken DTM-Fahrzeugen eine besondere
Herausforderung für die Fahrer dar. "Die Strecke ist extrem eng für
so viel Power", so der zweimalige Saisonsieger. "Es wird nicht einfach,
auf dieser kurvenreichen Strecke die Leistung des Opel V8 Coupé
voll auszuspielen." Der 3,3 Kilometer lange Kurs, auf dem nach dem Umbau
seit 1996 wieder Rennen ausgetragen werden, ist vom 4. bis 6. August (teils
live in der ARD) Austragungsort des vierten Laufes zum |
Uwe Alzen (vorn) mit seinem
schwarzen Opel V8 Coupé
des Opel Team Holzer
|
Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) und damit erstmalig Schauplatz eines
DTM-Rennens. In der über 70-jährigen Rennsportgeschichte des
Sachsenrings waren noch nie derart PS-starke Autos am Start. Große
Spannung verspricht das DTM-Gastspiel auf der Traditions-Rennstrecke nahe
Chemnitz auch auf Grund des Meisterschaftsstandes: Opel und Mercedes haben
mit je drei Siegen eine ausgeglichene Bilanz, und Manuel Reuter reist mit
nur drei Punkten Rückstand auf Tabellenführer Bernd Schneider
(Mercedes) nach Hohenstein-Ernstthal. Neuer Spitzenreiter in der Teamwertung
ist das Opel Team Phoenix von Ernst Moser.
Manuel Reuter, der nach seinem Zweifachsieg in Oschersleben auch am
Norisring als Zweiter und Dritter aufs Podium kletterte, hält auf
dem vielseitigen Sachsenring vor allem eines für wichtig: "Die Vorbereitung
ist wichtiger denn je. Wenn man keine gute Basis für die Abstimmung
hat, wird es problematisch." Auf Erfahrungswerte aus den Vorjahren können
die Opel-Teams Holzer (Uwe Alzen, Joachim Winkelhock, Eric Helary, Timo
Scheider), Phoenix (Michael Bartels, Manuel Reuter), Irmscher (Christian
Menzel) und Euroteam (Stefano Modena) dabei nicht zurückgreifen. "Wir
sind zwar mit dem Opel Vectra in der STW auf dem Sachsenring gefahren",
erklärt Opel-Sportchef Volker Strycek. "Aber diese Erkenntnisse lassen
sich nicht auf das DTM-Auto übertragen." Die erste Bekanntschaft mit
dem Sachsenring wird das Opel V8 Coupé erst beim offiziellen Test
am Donnerstag vor dem Rennen machen. "Die Strecke hat von langsamen Kehren
über hängende Kurven bis hin zu extrem schnellen Passagen alles",
weiß Strycek. "Eine wirklich schwierige Aufgabe für Techniker
und Fahrer."
Als "grüne Hölle in klein" bezeichnet Opel-Junior Timo Scheider
den Sachsenring, auf dem er in der Formel 3 drei Siege nach Hause fahren
konnte. "Die Strecke liegt mir, und die Statistik spricht für mich",
nährt der schnelle Youngster seine Hoffnung auf den ersten Podestplatz
in der DTM.
Auch Irmscher-Pilot Christian Menzel zieht den Vergleich zur Nürburgring-Nord-schleife:
"Ich mag den Sachsenring, weil er mich an meine Lieblingsrennstrecke erinnert."
Gute Voraussetzungen für das Heimspiel des Irmscher-Teams: Firmengründer
Günther Irmscher wurde nur wenige Kilometer vom Sachsenring entfernt
geboren, und direkt an der Strecke befindet sich ein Irmscher-Autohaus.
"Da habe ich die Daumendrücker garantiert auf meiner Seite", glaubt
Menzel, der sich seit Norisring über einen deutlichen Aufwärtstrend
freuen kann.
Viele Fans wird
auch Joachim Winkelhock haben, der den Zuschauern am Sachsenring als Rennsieger
1997 in der STW in bester Erinnerung ist. "Ein guter Startplatz ist dort
extrem wichtig, denn überholen wird schwer", meint Winkelhock. "Auf
jeden Fall wird es ein Augenschmaus für die Zuschauer, denn mit den
460-PS-Autos gibt es auf dieser Strecke sicher so manchen Drift zu sehen."
Nach Pole-Position und Sieg im ersten Rennen auf dem Norisring ist Winkelhock
für den Auftritt im Sächsischen doppelt beflügelt: Seit
Nürnberg ist der Tabellendritte als einziger Fahrer im Feld mit Flügeltüren
unterwegs, die vom OPC-Technikchef Donatus Wichelhaus und Konstrukteur
Heiko Bender als ebenso funktionelle wie optisch schöne Alternative
zur normalen Tür bereits seit Februar geplant und schließlich
umgesetzt wurden.
Letzte Standortbestimmung vor dem Sachsenring war für alle der
offizielle Test am 20./21. Juli auf dem Nürburgring, die Uwe Alzen
an beiden Tagen als Schnellster beendete. "Ich hoffe, dass der Knoten jetzt
endlich geplatzt ist", so Alzen, der schon am Norisring mit den Plätzen
acht und sechs aufsteigende Form zeigte. Dass der Sachsenring dem Betzdorfer
liegt, bewies er im Vorjahr mit zwei Podestplätzen.
|