Tom Kristensen gewinnt
das letzte STW-Rennen
auf dem Nürburgring

Unten Nürburgring - STW - Kristensen - Interview

Das Redaktionsbüro Kebschull hatte auf dem Nürburgring die Chance, mit dem sympathischen Dänen Tom Kristensen ein Inteview zu führen.
Interview mit Tom Kristensen auf dem Nürburgring vor dem Start zum letzten STW-Rennen

Frage:
Im letzten Rennen ging es richtig aufwärts mit Honda. Woran hat es gelegen, daß Honda erst so spät in Schwung gekommen ist?
 
Zu spät, weiß ich nicht – ich meine, das dritte Rennen war mein oder Hondas Durchbruch. War ich ganz knapp Zweiter hinter dem Uwe in Oschersleben, es war das zweite Rennen. Ich glaube, das war wohl mehr der Durchbruch. Aber wir haben ein neues Auto, daß auf jeden Fall besser ist als das Auto im letzten Jahr. Kürzerer Radstand, breitere Spur, der Wagen hält besser mit auf den langen Geraden, ist besser in den schnellen Kurven und sehr konstant über die Distanz. Es ist natürlich ein besserer Wagen. Aber am Anfang der Saison waren wir schon schnell, ab dem dritten Rennen – aber wir hatten unheimlich viel Pech und ich habe keine Punkte in den ersten beiden 

Mit dem seinem Sohn Oliver
Rennen geholt. Dann die zwei zweiten Plätze. Dann wieder zwei Rennen wo ich auch ausgefallen bin. Da war die Meisterschaft für mich schon gelaufen, daß wir spät „in Schwung gekommen sind“ würde ich nicht sagen, wir waren im Schwung ab dem dritten Rennen. Es ist schon klar, daß es spät war, und daß wir hier Kleinigkeiten verbessern mußten, aber dann kam unser erster Sieg auf dem Nürburgring. Es wäre schön, wenn es vorher schon geklappt hätte. Alle haben gesehen, wieviel schneller ich dort war, damals auf dem Nürburgring.

Der Salzburgring mit den langen Geraden war überhaupt nicht unsere Strecke – aber da war ich Zweiter. Dann sind wir in Misano auch stehen geblieben. Für mich wäre hier wahrscheinlich das einfachste Rennen des Jahres gewesen – aber dies sieht leider keiner. Weil wir bei der Start-Aufstellung stehen geblieben sind. Aber gut war für mich der Nürburgring. Und wenn wir gewinnen können gegen die Allräder und auf dem Hockenheimring lief es natürlich gar nicht schlecht. Die Meisterschaft war aber für uns nach der ersten Hälfte der Saison sofort abgehakt, wenn man so viele Ausfälle hat.

Frage:
Unten Die letzte Auto Motor und Sport titelte „Der Tom macht die Musik“, daß ist doch sicherlich Musik in Ihren Ohren- oder?

Das hört sich sehr gut an – ich liebe Musik, aber ich bin selbst nicht sehr musikalisch.

Frage:
Das letzte Rennen auf dem Hockenheimring hat gezeigt, wie hoch die Emotionen gehen und wie wichtig der Titelgewinn ist. Aber ist da nicht mittlerweile neben dem sportlich Kampf auch eine Menge unnötiger Krampf in der Meisterschaft?

Es ist eine wichtige Meisterschaft für alle beteiligten Fahrer, Hersteller und Teams und so ist das normalerweise, aber ich kann da nicht viel eingreifen – leider – weil die Titelchance für mich schon lange nicht mehr da ist. Aber Rennsport ist ein harter Wettkampf und STW ist genau so hart. Natürlich ist es emotionell spannend, aber auch ab und zu ein bißchen zu hart.

Frage:
Wie sieht es aus im nächsten Jahr. Wird es mit Honda in der STW weitergehen und was ist mit der neuen DTM-Serie?

Momentan muß ich abwarten, meine Verträge mit Honda und BMW laufen aus. Ich muß abwarten, was sie mir bieten können, oder ob sie mich behalten wollen. Das alles muß ich natürlich abwarten. Das Reglement und vom Auto her, hört es sich natürlich sehr gut an. Aber momentan ist es zu früh, zu sagen, was ich im nächsten Jahr mache.

Frage:
Ich habe gehört, daß Opel und Mercedes schon Kontakt mit Tom Kristensen aufgenommen haben?

Ich glaube, das viele Hersteller schon mit den Fahrern gesprochen haben. Geredet wurde schon viel, aber unterschrieben ist noch nichts. Ist schon klar, daß ich Interesse habe an einer Serie wie der DTM, aber erst einmal muß ich noch abwarten, was bei BMW und Honda passiert.

Frage:
Unten Oben Was wäre, wenn Sie sich entscheiden müssen, in der  STW oder DTM zu fahren?

Nein, das will ich nicht sagen. Das kommt darauf an – ich meine, letztes Jahr war die STW eine super Meisterschaft mit vielen Herstellern, dieses Jahr ist sie eine super Meisterschaft mit wenigeren Herstellern. Nächstes Jahr – weiß ich nicht – und DTM nur mit zwei Herstellern ist der richtige Weg. Aber ich muß nicht so verkrampft auf Deutschland sehen – ich bin ein internationaler Fahrer. In Deutschland möchte ich gerne fahren. Meine ersten Erfolge in der Formel 3, aber dennoch ist es nicht sicher, daß ich hier unbedingt fahren muß.

Frage:
Werden wir Tom Kristensen auch in Le Mans wiedersehen?

Ja, gerne. Ich glaube, man hat gesehen, daß ich mich dort wohl fühle. Weil ich jedes Mal, wenn ich in einem Auto gesessen habe, um den Sieg mitgekämpft habe. Ich fühle mich immer wohl in Le Mans. Das werde ich gerne tun, aber das ist auch unsicher.

Frage:
Letzte Frage. Noch ein Tip! Wer wird Meister?

Der Tip ist wie immer Christian Abt. Ein Allräder ist über die Distanz immer besser als ein Opel. Er kommt vom Start besser weg als wir alle. Deshalb ist mein Tip der Abt. Er fährt dieses Jahr sehr gut. Ich meine, letztes Jahr hat er meiner Meinung nach zu viele Zweikämpfe verloren und viele Fehler gemacht. Dieses Jahr sieht es so aus, daß er konstant gefahren ist und dann mit diesem Auto, deshalb ist Abt mein Tip. Nichts gegen das, was der Uwe macht. Der Uwe Alzen macht einen super Job mit dem Opel aber Abt hat 20 Punkte Vorsprung und das wird ihm reichen.
 


 
 
 
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